Fußnoten – endlich fehlerfrei!

Fußnoten – so machen Sie alles richtig!

Fußnoten gehören zu wissenschaftlichen Texten. Sie dienen vor allem dazu, die Fundstellen von direkten oder indirekten Zitaten zu belegen. Daneben haben sie die Aufgabe, Ergänzungen, die den Haupttext entlasten, Erklärungen oder Kommentare einzufügen. Für wissenschaftliche Arbeiten gilt: Fußnoten mit Erklärungen und Kommentaren eher sparsam verwenden.

Nach der sog. deutschen Zitierweise werden Fundstellen ausschließlich in Fußnoten nachgewiesen. Die „Harvard-Zitierweise“ weist die Fundstellen mit einem Kurzbeleg im fortlaufenden Text nach, kennt Fußnoten aber auch für Textergänzungen.

Fußnoten nach Din 5008

Wenig bekannt: Es gibt eine DIN-Norm für Fußnoten

Fußnoten sind nach der DIN 5008 (Fassung 2011) wie folgt anzugeben und zu formatieren:

Für die Verweise auf Fußnoten im Text werden die hochgestellten regulären arabischen Ziffern genutzt. Gibt es maximal drei Fußnoten, können auch Sonderzeichen (z. B. Sternchen *) verwendet werden. (Kommt praktisch nicht mehr vor).

Fußnoten sind über den gesamten Text hinweg fortlaufend mit arabischen Ziffern zu nummerieren.

Eine Fußnote steht immer am Ende der Seite, auf der auch das Hinweiszeichen im Text aufgeführt ist. (Einige Veröffentlichungsformate kennen stattdessen die Endnoten, wo ein Fußnotenblock am Ende des Textes steht – wird immer seltener.)

Fußnoten werden vom Text durch den Fußnotenstrich abgesetzt,  vor dem mindestens eine Leerzeile steht.

Fußnoten beginnen mit dem verwendeten Hinweiszeichen und haben einen einfachen Zeilenabstand. Sie werden in kleinerer Schriftgröße dargestellt.

Die Fußnote sollte mit einen Punkt schließen (Bei einer sehr kurzen Fußnote kann auf diesen jedoch verzichtet werden).

Gerade diese Kann-Regel führt zu Irritationen, wenn manche Fußnoten mit Punkt enden, andere nicht. Dringender Rat:

Immer Schlusspunkt setzen!

(Die Duden-Empfehlung lautet: „Fußnoten können ohne Schlusspunkt stehen, wenn sie nur einzelne Wörter umfassen. Man fasst sie aber besser als Auslassungssätze auf und setzt einen Punkt (besonders wenn im selben Text Fußnoten mit ganzen Sätzen und Schlusspunkt vorkommen).“ (Duden. Das Wörterterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle, 8. Aufl. Berlin 2016, Stichwort „Fußnoten“)).

Wo steht die Fußnotenziffer im Text?

Im Text wird die Fußnote mit einer hochgestellten arabischen fortlaufenden Ziffer eingefügt. Die heutigen Schreibprogramme fügen Fußnotenzeichen automatisch ein und ändern auch die Zählung automatisch, wenn vorher eine neue Fußnote eingefügt wird.

Befehlsfolge in „Word“: Cursor an Einsatzstelle setzen  >Verweise > Fußnote einfügen (oder mit Tastenkombination STRG+ALT+F).

Bei indirekten Zitaten

  1. steht die Fußnotenziffer unmittelbar nach dem Satzzeichen am Ende eines Satzes (Teilsatzes), auf den sich die Fußnote bezieht (1),
  2. unmittelbar an dem Wort oder der Wortgruppe, auf die Bezug genommen wird (2, 3):

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Es ist nach wie vor üblich, die Fußnote bei indirekte Zitaten mit „vgl.“ („vergleiche“ als Hiweis auf die Stelle, an der der Beleg im Wortlaut zu finden ist) einzuleiten, eher selten  mit „siehe“; „s.“ (sollte ausgeschrieben werden).

Direkte Zitate werden bekanntlich durch Anführungszeichen kenntlich gemacht (Gänsefüßchen „“ oder Chevrons »« (eher im Buchdruck)).
Dabei steht die Fußnotenziffer unmittelbar nach dem schließenden Anführungszeichen,

  • wenn das Zitat ein Wort oder eine Wortgruppe ist, nach diesem (1, 2)
  • wenn das Zitat ein Satz oder ein Satzteil ist, der mit einem Satzzeichen endet, nach diesem (3).

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Fußnotenzeichen im Text treten nur einzeln auf, da mehrere Quellennachweise oder Anmerkungen in eine Fußnote geschrieben werden können.

Fußnotenteil

Layout:

Auf das Fußnotenzeichen folgt ein Leerzeichen (Automatisch im Textverarbeitungsprogramm), besser verwendet man die Tabulatortaste.

(So formatieren Sie Fußnoten als eingerückten Block: > Start > Formatvorlagen ändern > Klick rechte Maustaste auf Fußnotentext > ändern > Format > Absatz > hängend > 0,5 cm. Sie beginnen jede Fußnote mit einem Tabulatorzeichen.)

Die Fußnote wird als Satz aufgefasst. Deshalb beginnt sie mit einem Großbuchstaben und endet mit einem Schlusspunkt!

(Beim Namensbestandteil wird von einigen Autoren eine Ausnahme von der Großschreibung am Anfang gemacht, z. B.: von Schirach 2010, S. 2.)
Bei einer Abkürzung mit Punkt am Satzende (oft bei S. 4 ff.) entfällt ein zusätzlicher Schlusspunkt.

Zitieren:

Heute setzt sich zunehmend die von der Harvard-Methode abgeleitete Kurzform des Belegs  in der Fußnote durch.
Vgl. Meier, Müller 2001, S. 4. – Schmidt 1987a, 169 ff. – A . A. (anderer Ansicht) Appel 2008: 13, 18 f., 25. – Meier et al., S. 13 ( et al. = et alii) oder u. a. (= und andere) bei mehr als 3 Verfassern, Herausgebern.
Das ausführliche Literaturverzeichnis enthält dann die umfassende bibliografische Angabe.

Jetzt seltener wird bei den wissenschaftlichen Handreichungen noch empfohlen (früher Standard), bei der ersten Verwendung eines Titels in der Fußnote die ausführliche Literaturangabe aufzuführen. (Aber dann oft doch in einer kürzeren Form, z. B. entfallen Reihentitel einer Veröffentlichungsreihe oder Verlage.)

Das geht von der Fiktion eines von Anfang an fortschreitenden Lesers aus, was bei wissenschaftlichen Arbeiten fast nie vorkommt – umso weniger, als diese vielfach in einer Online-Fassung herangezogen werden. Deshalb wird hier für das Kurzzitat von Anfang an geworben.

Einzelne Fächer und Fakultäten pflegen das Zitieren mit einem Kurztitel, meist mit dem ersten „sinntragenden“ Hauptwort des Titels. Dann soll das Zitierwort zusätzlich im Literaturverzeichnis angegeben werden.

Also: Literaturverzeichnis: Schmidt, Helmut (1987): Menschen und Mächte. Siedler-Verlag, Berlin (zit: Schmidt 1987, Menschen). In der Fußnote: Schmidt 1987, Menschen, S. 169.

Der geringe Vorteil, einen Hinweis auf den Inhalt zu geben und den Titel evtl. leichter von anderen des Verfassers zu unterscheiden, löst eine bei längeren Werken eine erhebliche Mehrarbeit ohne rechtfertigenden Grund aus, im Grunde nur eine Schikane für Studenten. Außerdem: Manche Kurztitel wirken wenig überzeugend oder lächerlich („Schmidt 1987, Menschen“), wenn man erläuternde Adjektive oder Ergänzungen hinzufügt, durchbricht man das Auswahlprinzip, ohne viel zu gewinnen (z. B. „Gotter 2013, Castrated King“ für : Gotter, Ulrich, 2013. The Castrated King, or : The Everyday Monstrosity of Late Hellenistic Kingship. In: Luraghi, Nino (Hg.). The splendors and Miseries of Ruling Alone: Encounters with Monarchy from Archaic Greece to the Hellenistic Mediterranean. Stuttgart: Steiner, S. 207–230).

Häufige Fehler:

Abkürzungen: Selbstverständlich folgt auch in den Fußnoten auf den Abkürzungspunkt ein Leerzeichen (z. B.; u. U.; S. 1), ebenfalls bei Symbolen (§ 1a, Abs. 3, Satz 4, §§ 17 ff.; 12 %) und Maßangaben (8 km, 6 kg). Abkürzungen, die wie selbstständige Wörter oder als Buchstabenfolge gesprochen werden, sind ohne Punkt und in sich ohne Leerzeichen zu schreiben. Beispiele: UNO, Kfz, DDR.

Seitenzahlen: f. (folgende Seite, also Seite 1 + 2) ) und ff. (folgende Seiten, also Seite 1 + 2 + 3 oder mehr)). Der Duden ist hier (obwohl in vielen Leitfäden der Fakultäten anders) eindeutig: Zwischen Zahl und Abkürzung steht ein  Leerzeichen! (S. 11 f. – siehe: http://www.duden.de/rechtschreibung/folgend). Im Übrigen wird heute empfohlen, auf „ff.“ zu verzichten und die genaue Seitenzahl anzugeben (S. 1–3).

Bis-Strich: Nach Duden ist der Bis-Strich (z. B. bei Seitenzahlen) der Gedankenstrich (Halbgeviertstrich) ohne Leerzeichen (S. 14–17). Auf der Computer-Normaltastatur ist der Gedankenstrich nicht direkt vorhanden, kann aber durch die Tastenkombination [ALT] + [0150] oder [STRG] + [-] (Ziffern-Block) erzeugt werden.

Hier herrscht Verwirrung: Nach der DIN 2008 soll der Bis-Strich der Gedankenstrich mit Leerzeichen sein (S. 14  – 17), ersatzweise kann der Bindestrich (mit Leerzeichen) gesetzt werden. Empfohlen wird die Duden-Regelung.

(Das Englische/Amerikanische kennt hyphen (-), en dash (–), and em dash (—)

„For most writers, the hyphen’s primary function is the formation of certain compound terms. The hyphen is also used for word division.

The en dash is used to represent a span or range of numbers, dates, or time. There should be no space between the en dash and the adjacent material. Depending on the context, the en dash is read as “to” or “through.”
The 2010–2011 season was our best yet.
You will find this material in chapters 8–12.
The professor holds office hours every Wednesday, 11:00 a.m.–1:00 p.m.

Depending on the context, the em dash can take the place of commas, parentheses, or colons—in each case to slightly different effect. (Im Deutschen: Gedankenstrich mit Leerzeichen.)

Der (überwiegend) analoge englisch-amerikanische Gebrauch spricht deutlich für die Duden-Regelung, den Bis-Strich betreffend.)

 

 

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